CERN-Fahrt des Physik-LK 13


Es war einmal vor langer, langer Zeit… da fand sich ein ziemlich lustiger Haufen, überwiegend junge Prinzen, zusammen, um (nein, kein Burgfräulein zu retten, sondern) unter anderem herauszufinden, „was die Welt im Innersten zusammenhält.“ Um dieser Frage und noch vielen weiteren interessanten Vorstellungen, Thesen und Theorien auf den Grund zu gehen, machten sie sich auf die lange Reise nach Genf an das CERN auf. Und wer hätte das gedacht, unterwegs entpuppte sich dieser kunterbunte Haufen angehender Physiker*innen sogar noch als durchaus musikalisch. Es wurde lauthals gesungen und viel musiziert. Die erste physikalische Einführung in das Thema der Antimaterie erfolgte bereits auf der Anreise über Ron Howards Film "Illuminati".

Nachdem sich nun alle anwesenden Personen der gigantischen Auswirkungen und Ausmaße der am Teilchenbeschleuniger CERN durchgeführten Experimente bewusst waren, konnte es, in Genf angekommen, auch schon direkt mit dem Programm losgehen. Die gespannten 13er lernten den Menschen kennen, der einst dafür sorgte, dass Howards Film auch mit der Materie (bzw. in dem Fall eher Antimaterie) vertraute Physiker in seinen Bann zog. Heilfroh, dass Tom Hanks für sie noch einmal die Welt gerettet hatte, ging es für die Truppe zeitnah weiter. Das Highlight, beim Shut-Down bis ganz in das Zentrum des Geschehens vorzudringen, stand kurz bevor. Ihnen wurde das Privileg zuteil, den Teilchenbeschleuniger bzw. den ATLAS-Detektor aus nächster Nähe und voll geöffnet zu sehen. Welcher gigantischen und sehr komplexen Apparatur sie sich staunend gegenüber fanden, wird vielleicht klar, wenn die Ausmaße des Detektors (22m*22m*45m) vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass das, was man eigentlich untersuchen will, nämlich verschiedene Teilchen, so klein ist, dass man es nicht einmal unter dem Mikroskop erkennen kann. Für die Kollision zweier Teilchen und die Identifizierung der nach der Kollision entstandenen Teilchen werden riesige Energien benötigt, für deren Aufbringung eine solch komplexe und große Apparatur von Nöten ist. Ein wirklich beeindruckender Anblick.

Nach und nach wurde die Gruppe in verschiedene aktuelle Theorien und Fragestellungen der am CERN arbeitenden Physiker*innen eingeweiht. Mit diesen Fragen und Denkanstößen im Kopf ging es dann, um eine großartige Erfahrung bereichert, langsam wieder Richtung Heimat, wo sich sicherlich der ein oder andere noch lange den Kopf über ein paar der spannenden und vor allen Dingen so grundlegenden Fragen, die bis heute ungeklärt bleiben, zerbrach… Wenn Antimaterie und Materie immer nur zusammen entstehen können, unser Universum aber nur aus Materie besteht, wo ist dann die ganze Antimaterie? Existiert eventuell ein ganzes Universum, das dem unseren vollkommen gleicht, bis auf die Tatsache, dass es gänzlich aus Antimaterie besteht?

Eventuell wird einer der nach diesem Ausflug gleichzeitig zutiefst beeindruckt, aber auch ziemlich verwirrten Schüler*innen ja selbst irgendwann einmal an solchen oder ähnlichen Fragestellungen forschen. Denn wenn sie nicht gestorben sind (und das sind sie glücklicherweise noch nicht), dann leben sie noch heute…. und morgen, um sich über so interessante Fragestellungen die Haare zu raufen.

Jeanne Choquet