25 Jahre Deutsche Einheit – Ein Ausflug auf das Einheitsfest in Frankfurt

Es war Freitag der 2. Oktober 2015, ein Tag vor dem deutschen Nationalfeiertag. Der Sozialkunde Stammkurs von Herrn Götz-Laubenstein war auf dem Weg nach Frankfurt am Main. Dieses Jahr war Hessen an der Reihe, das Fest zur Deutschen Einheit auszurichten. Für gewöhnlich findet das Fest in der Landeshauptstadt und nur am 3. Oktober statt doch dieses Jahr sollte das Einheitsfest etwas Besonderes werden: es ist nämlich das 25. Jubiläum der Deutschen Einheit. Darum hat man es nach Frankfurt verlegt und die Feierlichkeiten auf drei Tage verlängert.

Wir kamen morgens mit der S-Bahn an der Frankfurter Hauptwache, einer der zentralsten Bahnhöfe in der Innenstadt, an und sahen sofort eine riesige Bühne. Das Motto dieses Festes lautete „Grenzen überwinden“ und so traten auf der Bühne viele verschiedene Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen auf, die ein für die Kultur typisches Instrument spielten. Das Motto bezog sich also nicht nur auf die Geschichte des geteilten Deutschlands sondern auch auf die immer noch aktuelle Situation hier in Deutschland. Wir bahnten uns weiter durch die mit Menschen gefüllte Innenstadt zur Paulskirche. Der Ort, an dem die erste deutsche Demokratie ihren Parlamentssitzt hatte. Vor der Kirche standen viele Säulen mit geschichtlichem Hintergrundwissen über Deutschland verteilt.

Quiz des Jahrhunderts

Eigentlich sollte die Paulskirche eine Ausstellung darbieten doch leider war sie wegen Prominenz gesperrt und so gingen wir weiter in Richtung des Standes der Bundesregierung. Die Bundesregierung baute ein riesiges Zelt auf, in dem sich kleinere Stände der einzelnen Ministerien befanden. Vor dem Zelt befand sich eine kleine Bühne wo ein wenig Musik gespielt wurde und später ein Moderator mit Bürgern ein Quiz veranstaltete. Der Moderator wollte unbedingt „unsere Schulklasse hier“ auf die Bühne holen und so durfte einer von uns dann gegen Herrn Götz-Laubenstein im schwierigsten Quizduell, das die Nation jemals gesehen hat, antreten (Herr Götz-Laubenstein verlor allerdings nur sehr knapp das epische Duell mit 2-3, entscheidende Frage war übrigens: „Nennen Sie alle Nachbarländer Deutschlands“).

Stand der Bundesregierung

Im Zelt selbst  stellte das jeweilige Ministerium seine Arbeit und seine aktuellen politischen Programme an eigenen Ständen vor (mit Ausnahme dem Stand des Verteidigungsministeriums, das, wie immer, voll auf Anwerbung aus war). Die Stände der Ministerien waren Informativ und so konnte man vieles über die Arbeit der einzelnen Ressorts der jeweiligen Ministerien erfahren. Auch das Ausgestellte hat meistens zum jeweiligen Ministerium gepasst: Beim Familienministerium gab es eine Kinder T-Shirt Druckstation, beim Landwirtschaftsministerium gab es Äpfel und beim Justizministerium gab es entsprechende Gesetztestexte, die man sich mitnehmen konnte.  Beim Verteidigungsministerium erfuhr man hingegen nur etwas über die Art der Bewaffnung der Bundeswehr und über die Aufgabe eines Soldaten in der deutschen Armee.  Dort gab es außerdem noch ein Quiz über die Bundeswehr, an dem schließlich fast der gesamte Kurs teilnahm, da wir direkt beim Vorbeilaufen am Stand von Soldaten angesprochen wurden und uns Gewinne und Geschenke versprochen wurden (der Gewinn war übrigens eine Bundeswehrtasche mit Marschliedern, war also doch wenig lohnend). Die Bundeswehr war an diesem Fest, das im Zeichen einer friedlichen Einheit und dem Ende des brandgefährlichen Kalten Kriegs stand, etwas störend.

Politische Prominenz

Auf der gleichen kleinen Bühne vor dem Zelt erwartete uns ein kleiner Höhepunkt des Ausfluges: Bundesinnenminister Thomas de Maizière war dort zu Gast und redete ein wenig mit dem Moderator über Deutschland und die Einheit. Doch unser Hunger war stärker als das Verlangen, dieser politischen „Größe“  noch fünf Minuten länger zuzuhören und so ging der Kurs geschlossen inklusive mit Herrn Götz-Laubenstein weiter um etwas Essbares zu finden.

Bundesrat

Unser nächstes Ziel war der Bundesrat denn auch dieser hat ein großes Zelt aufgebaut mit einer kleinen Bühne drin. Auf dieser Bühne haben zwei Moderatoren die Geschichte der DDR und der Weg zur Einheit mit Bildern dargestellt. Im Zelt gab es noch die ein oder andere Broschüre über den Bundesrat, die man sich mitnehmen konnte und außerhalb des Zeltes wurden etliche mit Helium gefüllten Luftballons verteilt (man konnte später den Kurs anhand der schwebenden Ballons über ihren Köpfen mit Leichtigkeit in der Masse von Menschen wiederfinden).

Einmal Abgeordneter sein

Ein weiteres Highlight befand sich im Zelt des Bundestages. Dort konnten Bürger an einer Art „Rollenspiel Bundestag“ in die Haut Abgeordneten schlüpfen. Der Traum eines jeden Sozialkunde Leistungskurslers ist es natürlich, einmal in seinem Leben die Rolle ein Abgeordneter zu sein und haben wir daran teilgenommen. Anfangs teilte man uns Karten aus, die mit „Ja“, „Nein“ und „Enthaltung“ beschrieben waren. Wir traten dann in den „Plenarsaal“ und durften uns erstmal einen Platzt in einer beliebigen Fraktion suchen. Der meiste Kurs saß bei der SPD und nur zwei Leute von uns begaben sich zu den Plätzen der Partei DIE LINKE. Wir wurden dann von dem Bundestagspräsident (nein nicht vom Echten) begrüßt und die Aussprache war eröffnet. Die Bundeskanzlerin (nein auch nicht die Echte) las ihren Antrag zur Änderung des „Hessischen Äppeldipppe Gesetztes“ vor und das Parlament durfte über diesen Gesetzesantrag abstimmen. Die Abstimmung verlief dabei etwas chaotisch (die Opposition stimmte für die Regierung) und so wurde dieser Gesetzesentwurf der Regierung angenommen. Damit war das kleine Rollenspiel wieder beendet und wir liefen dann in Richtung des Mainufers

Zeichen der Einheit

Herzstück des Einheitsfestes war die sogenannte „Ländermeile“, die entlang des Mainufers aufgebaut wurde. Jedes Bundesland hatte verteilt über beide Ufer seinen eigenen Stand. Diese Stände waren zum Teil sehr unterschiedlich aufgebaut, so wurde bei Berlin ein Mini Brandenburger Tor aufgebaut, Niedersachsen hatte wegen Wolfsburg eine kleine Torwand und eine kleine Ausstellung über deutsche Autos und Rheinland-Pfalz hatte, wo wie es sich gehört, ein Zelt aufgebaut wo man mit Rheinhessischem Wein und Bitburger bedient wurde.
Mittlerweile war es schon Freitagabend gegen 17:00 Uhr geworden und die Ländermeile war sehr voll von Menschen, die feierten und das Fest genossen.  Ab 18:00 Uhr spielte der riesige Bildschirm, der über eine Brücke über dem Main gefestigt war, einen kleinen Rückblick von der deutschen Einheit ab. Parallel zur Musik des Films fuhren Jet-Skies auf dem Main ein und jedes von ihnen zog einen Flaggenträger hinter sich her, der jeweils eine der 16 Bundesländerflaggen in der Hand hielte. Nach ein paar Manövern war der kleine Show-Act am Freitagabend auch schon wieder vorbei und wir liefen wieder zurück durch die Innenstadt, die immer noch gefüllt mit Leuten war, zum Bahnhof.

Obwohl das eigentliche Fest erst am Tag darauf stattfand, waren schon bereits am ersten Festtag sehr viele Menschen da. Alles in allem war es sehr schön, gemeinsam mit anderen Menschen die Wiedervereinigung unseres Landes zu feiern. Die Stimmung war über den ganzen Tag verteilt nicht einmal am Boden und wir hatten viel Freude miteinander. Am Ende vom Tag waren wir dann um einige Luftballons, Taschen, Broschüren und um viel Wissen und Erfahrungen reicher.             

Von Lena Güntner, Fee Meuren und Joshua Schmitt