Hilfe für Mylene

Zwei der katholischen Religionsklassen in Jahrgangsstufe 7 unterstützen seit Anfang des Schuljahres (2015/2016) ein Patenkind Namens Mylene Arichea. 

Das Kind, das wir von der „Kindernothilfe“ vermittelt bekamen, unterstützen wir nun mit 120 € im Jahr. Die Klassen, von Herrn Hörl, kontaktierten die Organisation Kindernothilfe. Auf die Idee kamen wir im Unterricht, wir nahmen den „Teufelskreislauf der Armut“ durch, denn so können wir einem Kind helfen diesen Teufelskreislauf zu durchbrechen. Deshalb empfehlen wir Euch, auch ein Patenkind zu übernehmen. Mylene wird von allen nur Kat Kat genannt. Sie ist im Moment 13 Jahre alt und wohnt auf den Philippinen. Mylene sagt, sie spiele gerne mit Barbiepuppen und mit ihren Freundinnen. Ihr Lieblingsfach sei Englisch. Ihre Familie ist auch für philippinische Verhältnisse ziemlich arm.

Durch die Beteiligung einer ganzen Klasse liegt der Monatsbeitrag pro Schüler bei nur einem Euro. Ein kleiner Beitrag mit großer Wirkung. Denn die Ermöglichung von Schulbesuch und Berufsausbildung ist „Hilfe zur Selbsthilfe“.

 

Max-Marvin Müller, 7b

Schüler des Religionskurses

Das trügerische Glück - die Anonymen Alkoholiker stellen sich den Fragen der Schüler

Betroffene Gesichter beim Besuch der AA

"Durch den ständigen Kontakt mit genesenden AA-Freunden kann der Zwang zum Trinken durchbrochen werden."

Die Anonymen Alkoholiker sind eine Gruppe von Männern und Frauen, die sich eingestanden haben, dass sie ein Alkoholproblem haben. Sie sind eine weltweite Gemeinschaft, die sich gegenseitig hilft, nüchtern zu bleiben. Die Gemeinschaft heißt Anonyme Alkoholiker, weil jeder von den anderen Mitgliedern nur den Vornamen kennt.  Menschen, die dazugehören, treffen sich regelmäßig in Meetings, wo sie anderen Alkoholikern von ihren Erfahrungen berichten. Ihre Meetings beginnen sie immer mit ihrem Vornamen und dem Satz „Ich bin Alkoholiker.“ Mitglieder, die erst am Anfang ihrer Genesung sind, halten sich an die „Zwölf Schritte“, die ihnen helfen sollen, nüchtern zu werden. Außerdem gibt es bei den Anonymen Alkoholikern noch das Blaue Buch, welches über die Genesung von alkoholkranken Menschen berichtet. Viele Männer und Frauen starten ihren Tag mit dem Gebet, an diesem Tag nüchtern zu bleiben.

Gerd, Alkoholiker, ist einer von fünf Anonymen Alkoholikern, die die achten Klassen am Donnerstag, den 23.06.2016 in der Schule besucht haben.  Alle haben sie uns von ihrer Geschichte mit dem Alkohol erzählt: vom Beginn ihrer Alkoholsucht über den Leidensweg bis zu dem Willen aufzuhören und dem Eintritt bei den Anonymen Alkoholikern. Ganz offen haben sie uns alle Fragen beantwortet, die wir ihnen grundsätzlich oder auch persönlich  gestellt haben.

Christel, Alkoholikerin, hat erzählt, dass sie ca. 16 Jahre abhängig vom Alkohol war. Sie hat angefangen, jeden Abend, sieben Tage die Woche, Alkohol zu trinken, und jeden Tag wurde es ein bisschen mehr. Irgendwann konnte sie nicht mehr aufhören und musste zu mehreren Entgiftungen ins Krankenhaus. Immer wieder nahm sie sich vor mit dem Trinken aufzuhören, aber sie schaffte es nicht, bis ihr Job auf dem Spiel stand. An diesem Punkt entschloss sie sich zu den Anonymen Alkoholikern zu gehen. Sie ist jetzt seit vielen Jahren trocken.

Udo, Alkoholiker, hat schon mit 16 Jahren angefangen Alkohol zu trinken. Er ging abends mit seinen Freunden in eine Kneipe und trank jedes Mal Alkohol. Auch bei ihm wurde es immer mehr, bis er sich morgens manchmal an nichts mehr erinnern konnte. Die Polizei erwischte ihn betrunken am Steuer und er verlor seinen Führerschein. Viele sagten ihm, dass er alkoholkrank sei, aber er wies diesen Vorwurf immer zurück. Nach über 20 Jahren Alkoholsucht und gescheiterten Entzugsversuchen ging er das erste Mal zu den Anonymen Alkoholikern. Auch er ist seit langer Zeit trocken.

Ein Schüler fragte die Gäste, ob sie manchmal den Impuls hätten, Alkohol trinken zu wollen. Helga erklärte, wenn es ihr schlecht ginge, wolle sie schon etwas trinken, erinnere sich dann aber an die Meetings und an die Zeit vor den Anonymen Alkoholikern und könne dann auf den Alkohol verzichten. Außerdem könne man die anderen Mitglieder auch anrufen, damit sie einen unterstützten, wenn man kurz davor sei, rückfällig zu werden. Ein anderer Schüler wollte wissen, ob den Betroffenen der Alkohol geschmeckt habe. Diese Frage hat Felix mit Nein beantwortet. Er erzählte, dass ihm der Alkohol komischerweise nie wirklich geschmeckt, er ihn aber trotzdem getrunken hat. Warum sie ihre Meetings immer mit „Ich bin Alkoholiker“ anfangen, beantwortete uns Gerd. Er sagte, auch wenn sie alle trocken seien, so blieben sie immer noch Alkoholiker und das solle keiner in den Meetings vergessen. Das heißt, es ist ihnen nicht möglich, kleine Mengen Alkohol zu konsumieren, ohne in die Sucht zurückzufallen.

Insgesamt war es eine sehr interessante Veranstaltung, die wahrscheinlich viele zum Nachdenken gebracht hat. Die fünf bekamen großen Applaus und viel Zuspruch.

Hannah Prause

 

Wollt Ihr mehr über die AA erfahren?

 

 

Leben mit dem Down-Sydrom

„Man sollte nicht von der äußerlichen Wahrnehmung auf die inneren Werte eines Menschen schließen." “(Hr. T. Landini)

Kurz vor den Sommerferien besuchten uns zwei verschiedene Elternteile im katholischen Religionsunterricht der Jahrgangsstufe 9, deren Kinder einen Gendefekt, das Down-Syndrom haben. Frau Bless und Herr Landini berichteten von ihrer Erfahrung damit und vom alltäglichen Leben mit dem Kind. Zunächst berichtet der folgende Abschnitt, was es mit diesem Gendefekt auf sich hat und wie man damit umgehen kann.

In Deutschland leben etwa 30.000 bis 50.000 Menschen mit dem Down-Syndrom.

Doch was ist das Down-Syndrom genau?

Das Down-Syndrom ist ein Syndrom, bei dem das 21.Chromosom 3-mal in jeder Zelle (Trisomie) vorliegt. Daher nennt man das Down-Syndrom auch „Trisomie 21“.

Die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit Trisomie 21 zu bekommen, steigt mit dem Alter der Mutter. Das Down-Syndrom tritt bei jedem Menschen verschieden stark auf und äußert sich auch mit verschiedenen Symptomen. Kinder mit Down-Syndrom entwickeln sich meist langsamer als andere, jedoch reicht das Spektrum ihre geistigen Kompetenz von schwer behindert bis hin zu normaler Intelligenz. Es können Fehlbildungen innerer Organe wie zum Beispiel Herzfehler oder Fehlbildungen des Darms, Seh- und Hörstörungen, körperliche Beeinträchtigungen, sowie Leukämie auftreten.

Therapiemethoden, die häufig bei Kindern mit Down-Syndrom angewandt werden, um die Ausbildung ihrer Fähigkeiten optimal zu unterstützen, sind heilpädagogische Frühförderung, Ergotherapie, Krankengymnastik und tiergestützte Therapie, z. B. in Form des heilpädagogischen Reitens. Doch heutzutage haben Betroffene eine Lebenserwartung von 70 Jahren und können ein normales Leben führen. In besonderen Fällen können Menschen mit Down-Syndrom sogar den Führerschein machen oder Abitur.

- 92,6% aller Frauen leiden nach der Abtreibung unter starken Schuldgefühlen.

Seit wenigen Jahren gibt es für Schwangere, die Angst haben, ein behindertes Kind zu gebären, einen Bluttest, bei dem man mit einem unterschiedlichen Prozentsatz erkennen kann, ob das ungeborene Kind das Down-Syndrom hat oder nicht. Dieser Test ersetzt die Entnahme von Fruchtblasenwasser der Gebärmutter.

- 88% aller Frauen leiden nach der Abtreibung unter Depressionen

 

Frau Bless und Herr Landini haben sich in einer Selbsthilfegruppe für Eltern, die Kinder mit dem Trisomie 21 haben, kennengelernt. („Elternkreis Down-Syndrom“ in Mainz.) In solchen Gruppen tauschen sich die Eltern aus und die Eltern mit einem Kleinkind können von den anderen Eltern lernen, die schon ein Kind mit dem Syndrom aufgezogen haben. Frau Bless berichtete, wie es bei ihr mit der Schwangerschaft war. Sie brachte insgesamt drei Kinder auf die Welt und ihr zweites Kind hat den Gendefekt, auch als „Down-Syndrom“ oder „Trisomie 21“ bekannt, und obwohl auch bei diesem Kind die Schwangerschaft normal verlief, wie bei den anderen zwei Kindern. „Als ich bei der letzten Untersuchung war, hat der Arzt seltsame Andeutungen auf Behinderungen gemacht. Er ist aber nicht darauf eingegangen. (…) Heutzutage würde ein Arzt so was nicht mehr machen.“ Aber trotz der Andeutungen wollte Frau Bless nicht genau wissen, was ihr Kind hat, da ein Schwangerschaftsabbruch nicht in Frage gekommen wäre.

Ihr Kind J. geht ganz normal wie jedes andere Kind in die Schule und wird auch mit seiner Behinderung gut in der Klasse integriert. Einige seiner Freunde kennt das Mädchen seit dem Kindergarten. „Es ist wichtig, dass man schon im frühen Alter den Umgang mit körperlich oder psychisch eingeschränkten Kindern hat und lernt,“ meint Herr Landini und seine Kollegin stimmt ihm zu. „Und außerdem entwickeln sich die meisten Behinderungen nicht schon im Mutterleib, sondern entstehen erst im Laufe der Zeit“, fügte Frau Bless hinzu.

Beide Elternteile haben ihre Kinder trotz Behinderung angenommen, denn jedes Kind, egal ob es behindert ist oder nicht, hat ein Recht auf Leben. „Es war für meine Frau und mich anfangs schwierig mit dem Kind. Es war unser erstes Kind und wir wussten nicht, wie es mit einem „normalen“ Kind sein könnte. Unser Sohn braucht viel Aufmerksamkeit, die wir ihm auch versuchen zu geben“, berichtete Herr Landini. „Wir vermieden, so wenige Fehler wie möglich zu machen und waren sehr aufmerksam, wie wir mit dem Kind umgehen. Es gab bei uns auch viele emotionale Reaktionen, da wir einfach unglaublich viel Angst hatten“, ergänzte Frau Bless und einen Moment war es sehr still im Raum. „Lange Zeit hatten wir auch Angst rauszugehen, da wir uns geschämt hatten“, verdeutlichte Frau Bless.

Eine Schülerfrage: „Und was sind noch weitere Nachteile bei so einer Krankheit?“ Herr Landini antwortete sachlich, dass das Down-Syndrom keine Krankheit sei, da man Trisomie 21 nicht behandeln oder heilen könne. Natürlich war anfangs alles „anders“. Man hatte z.B. ständig viele Termine bei Ärzten und Therapeuten. Herr Landini meinte auch, dass man durch ein solches Kind alles anders sieht. „Wenn Sie mal jemanden körperlich Behinderten, der im Rollstuhl sitzt, sehen und Sie den Drang haben, ihm die Hand zu schütteln oder wenigstens ‚Hallo!’ sagen wollen, tuen Sie dies! Er wird sich freuen“, motivierte Herr Landini uns. Im selben Moment klingelte es zu Unterrichtsende. „Sie alle können das! Sie schaffen das! Wir glauben daran, dass Sie es schaffen werden, mit so einem Kind klarzukommen.“, sagte Frau Bless als abschließenden Satz.

-  99% aller ungeborenen Downies werden abgetrieben!

 

Anna-Victoria Löwe, Lea Freitag (Jahrgangsstufe 11)

Mylene Arichea

Anonyme Alkoholiker