Fachbereich Geschichte

„Warum Geschichte? Das ist doch Vergangenheit und hat keine Bedeutung mehr für mich und meine Situation!“, mag sich manch einer denken. Doch vieles, was uns heute selbstverständlich vorkommt, ist erst durch ein Geflecht verschiedener geschichtlicher Prozesse entstanden und macht unsere Identität heute aus.

Schülerinnen und Schüler erfahren im Geschichtsunterricht anhand von vielfältigem Quellenmaterial, was Menschen erlebt, gedacht, getan, aber auch erlitten haben und welches Bild wir uns heute davon machen. Sie erwerben darüberhinaus auch die Fähigkeit, ihre eigene geschichtliche Bedingtheit und die der Welt, in der sie leben, zu erkennen und zu begreifen. Diese Aspekte können sowohl im Klassensaal als auch an außerschulischen Lernorten (z.B. bei einer Exkursion in die Gedenkstätte KZ Osthofen oder einem Spaziergang durch Oppenheim) erlernt werden.

Neben einem historischen Orientierungswissen ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler sich kritisch und reflektiert mit Geschichte auseinandersetzen können, um dabei den eigenen Standpunkt zur Geschichte zu klären, aber auch über die Gegenüberstellung von Vergangenheit und Gegenwart Befremdliches, Gewohntes, Überraschendes, Neues etc. erfahren zu können und davon ausgehend Fragen zu stellen: Wie beeinflussen historische Ereignisse aktuelle politische Entscheidungen oder Probleme? Warum handelten und entschieden die Menschen damals so? Was wäre gewesen, wenn die Geschichte anders verlaufen wäre? Hätte es Alternativen gegeben? Würde dann auch mein Alltag heute anders aussehen?

Das Gymnasium zu St. Katharinen kooperiert mit der Gedenkstätte KZ Osthofen.

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Gewalt hat eine Geschichte

Mehr als 6 Millionen Schicksale, und jedes Einzelne bleibt schockierend.

Ge13 Leistungskurs präsentiert seine Ergebnisse im Rahmen des Projektes "Schicksale Oppenheimer Juden" im Merian Hotel.

Im Rahmen seines Unterrichtsprojektes "Schicksale Oppenheimer Juden" stellte der 13er Leistungskurs Geschichte von Herrn Seidel am 05.02.2015 im Merian Hotel in Oppenheim seine Ergebnisse der Presse, Vertretern der Schule, Zeitzeugen und anderen Interessierten vor. Dabei standen vor allem vier kurze Videos im Mittelpunkt. Die Schüler hatten ein zweieinhalb Stunden langes Interview mit Walter Spiegel, einem Oppenheimer Juden, welcher wegen der nationalsozialistischen Verfolgung zunächst in die Schweiz und dann in die USA geflüchtet war, in vier kurze Filme geschnitten. Diese Videos wurden dann von den Schülern vom Englischen ins Deutsche übersetzt und mit einem Untertitel versehen. Ziel dieser Arbeit war es, das Interview auch für Menschen als Quelle zugänglich zu machen, welche des Englischen nicht mächtig sind. Dabei wurden die Videos von Vorträgen über Deportationen und die Familie Spiegel unterstützt.

Veranstaltet vom Oppenheimer Geschichtsverein zeigte der Abend eindrucksvoll, dass hinter jedem der vielen Millionen Schicksale jüdischer Bürger, welche im Nationalsozialismus großes Leid erleben mussten, eine eigene schockierende Geschichte steckt, welche nicht in Vergessenheit geraten darf. 

Text: Johannes Mähn

 

Veranstaltung im Gymnasium vom 7.11.2014


„Gewalt hat eine Geschichte“ – zu diesem Thema trafen sich Vertreter einiger Schulen und Verbänden am 07.11.2014 im Gymnasium zu St. Katharinen in Oppenheim, anlässlich der Reichspogromnacht (09.11.1939).

Nach einer Begrüßung durch den Schulleiter des Gymnasiums, Herr Dr. Förster, stellten die Schulklassen ihre Projekte vor:

Die Abschlussklasse der Landskronschule (Oppenheim) zeigte selbst gedrehte Videos, mit denen sie anschaulich das Thema „Gewalt“ darstellte, in Kooperation mit ihrer Theater- und Film AG.

Von der IGS (Oppenheim) wurde das Thema „Konfliktbewältigung“ durch die 7. Klasse genauer erläutert.

Auch fand die Kunst bei dieser historischen Veranstaltung ihren Einzug: Neben musikalischer Ein- und Ausleitung hatte die 10. Klasse der Realschule Plus (Nierstein) einen Gedichtsvortrag von Bertold Brecht vorbereitet.

Die 10. Klasse der Nackenheimer IGS erläuterte die Geschichte des jüdischen Friedhofs in Bodenheim und stellte Kurzbiografien der „fast vergessenen Frauen“ vor.

Als letztes stellte der Geschichtsleistungskurs der 13. Klasse des St. Katharinen Gymnasiums (Oppenheim) sein Projekt zu den Oppenheimer Juden vor, welches die Schüler in der Gedenkstätte  KZ Osthofen erarbeitet hatten.

Zum Schluss bedankte sich Frau Stein im Namen des Oppenheimer Geschichtsvereins für das Engagement der Schülerinnen und Schüler und überreichte ihnen Urkunden und Anerkennungsgeschenke. 

Text: Annique Blaeser