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Entscheidungshilfen für die Wahl der 2. Fremdsprache
Der "klassische" Französisch-Typ
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– ist spontan und kommunikativ. – nimmt immer aktiv am Unterricht teil. – hat ein gutes Memorisierungsvermögen. – ist selbstbewusst genug, um alleine etwas vorzutragen. – kann fließend und intonatorisch ansprechend lesen. – hat ein gutes Ohr für Lautunterschiede und kann Stimmlosigkeit und Stimmhaftigkeit unterschieden. – hat bereits großen Spaß am integrativen Fremdsprachenunterricht der Grundschule und würde gerne jetzt schon viel mehr Sprachunterricht haben. – zeigt schauspielerisches Talent, indem er sich gerne in Rollen versetzt und diese ohne Scheu spielt. – schließt aufgrund seiner Aufgeschlossenheit schnell Kontakte, – versteht grammatische Zusammenhänge und Strukturen relativ schnell und problemlos. – kann selbstständig und präzise arbeiten, z. B. auch bei Hausaufgaben, die er/sie zügig und ohne fremde Hilfe weitgehend richtig erledigt. |
Der "klassische" Latein – Typ
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– überlegt meist sehr gründlich, bevor er/sie die richtige Antwort gibt. – nimmt zwar immer gedanklich am Unterricht teil, meldet sich aber nicht bei jeder Gelegenheit. – hat ein gutes Memorisierungsvermögen, d. h er/sie kann sich sogar Kleinigkeiten merken. – versteht grammatische Regeln und Zusammenhänge problemlos und kann Sätze dementsprechend analysieren. – arbeitet präzise, fleißig und selbstständig, besonders bei Hausaufgaben, die er/sie zügig und ohne fremde Hilfe bewältigt. – denkt analytisch und zeigt deshalb gute Leistungen in Mathematik und bei naturwissenschaftlich orientierten Themen in Sachkunde. – kann gut und sinnbetont lesen. – interessiert sich für historische Inhalte und liest deshalb gerne altersgerechte Bücher über die römische/griechische Antike, auch Asterix (!) und geht auch gerne ins Museum. – ist ein „Tüftler“, der nicht aufgibt, wenn er/sie die richtige Lösung nicht sofort findet.
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Was ist eigentlich das Latinum?
Das Latinum bekommt man, wenn man nach fünf Jahren Lateinunterricht im letzten Jahr mindestens die Note „ausreichend“ (4) auf dem Zeugnis hat.
Für Ihr Kind wäre dies das Jahreszeugnis der 10. Klasse.
Das Latinum braucht man, wenn man z.B. Archäologie, Geschichte, Theologie, Germanistik/Deutsch oder Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch oder Englisch studieren will. Für die Studiengänge Jura und Medizin ist das Latinum zur Zeit nicht erforderlich, wenngleich Lateinkenntnisse hier natürlich von Vorteil sind. Die kann man aber auch erwerben, wenn man Latein in der Jahrgangsstufe 9 als 3. Fremdsprache wählt.
Gute Schüler können das Latinum selbst dann noch machen, indem sie nämlich Latein, ihre 3. Fremdsprache, in einem Grundkurs bis zum Abitur fortführen. Auch hier muss am Ende die Note „ausreichend“ (=5 MSS-Punkte) erreicht werden.
Warum soll man überhaupt eine tote Sprache erlernen?
In der Tat: Latein ist keine lebende Fremdsprache, die man irgendwo aktiv anwenden könnte – sieht man einmal vom Vatikanstaat ab. Latein ist die Grundlage der romanischen Sprachen, d.h. die „Mutter“ des Italienischen, Spanischen, Portugiesischen, des Französischen, des Rumänischen und des Rätoromanischen. Aber ist es nicht genauso sinnvoll, diese Sprachen direkt, d.h. ohne den Umweg über Latein zu lernen? Hier ist festzuhalten: Will jemand unbedingt Französisch lernen, so sollte er gleich damit anfangen, anstatt zuerst den Umweg über das Lateinische zu gehen.
Warum also Latein?
Zum einen, weil es grundlegende Einsichten in das Funktionieren des Systems ‚Sprache’ vermittelt. Im Lateinunterricht erwirbt man Kenntnisse in Bezug auf Grammatik und Stilmittel, die produktiv in den Deutsch- und in den Englischunterricht eingebracht werden können, zumal in diesen Fächern – aufgrund anderer Arbeitsfelder – nie genügend Zeit für die Beschäftigung mit grammatischen Phänomen bleibt.
Wenn im Lateinunterricht ständig lateinische Texte ins Deutsche übersetzt werden, bedeutet das automatisch eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Muttersprache, in einem Maße, wie es im Deutschunterricht selbst oft nicht stattfindet.
Zum anderen bildet – neben der Bibel – die griechisch-lateinische Antike einen der beiden Stützpfeiler der europäischen Kulturidentität, geschichtlich, mythologisch, politisch, philosophisch und kulturgeschichtlich. Natürlich kann man Kenntnisse in diesen Bereichen auch erwerben, wenn man Latein erst als 3. Fremdsprache wählt!
Ein weiterer Grund für Latein: Manchmal gibt es Schüler, die das Gymnasium ohne Probleme meistern können, sich aber mit lebenden Fremdsprachen schwer tun. Für solche Kinder ist Latein in der Regel die bessere Wahl.
Warum soll man heute Französisch lernen?
Weltweit gibt es 33 Länder mit Französisch als Amtssprache, 180 Millionen Menschen sprechen französisch.
(an unserer Schule: Austausch mit dem Senegal)
Französisch ist neben Englisch die wichtigste Muttersprache in Europa und die Sprache mehrerer Nachbarn Deutschlands.
Frankreich ist unser wichtigster Partner in Politik und Handel.
400.000 Arbeitsplätze in Deutschland hängen vom Handel mit Frankreich ab.
Französisch verbessert Berufschancen.
In Frankreich konzipierte Sprachprüfungen werden an deutschen Schulen und Universitäten vorbereitet und von Muttersprachlern abgenommen.
(an unserer Schule: DELF scolaire)
Deutsche und französische Universitäten bieten zunehmend integrierte Studiengänge an, die einen qualifizierten Abschluss für den deutschen und den französischen Arbeitsmarkt vermitteln und von der EU gefördert werden.
Französisch ist Brückensprache für die anderen romanischen Sprachen, die sich auf dieser Basis leichter lernen lassen.
(an unserer Schule: Spanisch, beginnend in Klasse 11)
Mehr als jede andere lebende fremdsprachige Kultur hat Frankreich Jahrhunderte lang Deutschland in engster Weise beeinflusst und ist so ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur.
Die engen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich zeigen sich auch in den vielen Austauschprogrammen der Schulen, durch die man auf einfache Weise die Kultur und Lebensart des Nachbarn schon in jungen Jahren erleben und so seinen Horizont entscheidend erweitern kann.
(an unserer Schule: Austausch mit Valbonne und Versailles)
...und die 3. Fremdsprache?
Wenn eine 3. Fremdsprache gelernt werden soll, empfehlen wir die Sprachenfolge:
2. Fremdsprache (Klasse 6): Französisch
3. Fremdsprache (Klasse 9): Latein
Als 3. Fremdsprache ist Latein besser geeignet als Französisch, da das Erlernen einer gesprochen Sprache mit zunehmendem Alter immer schwieriger wird.
Als 3. Fremdsprache kann Latein, leichter als Französisch, in der Oberstufe auch bis zum Latinum fortgeführt werden.



